Gedanken zur Choreographie

Je länger ich mich mit Beethovens „9. Symphonie“ beschäftige, begeistert mich ihre Synästhetik. Um irgendwie einen Faden zu entwickeln, an dem sich die 14 Choreographinnen orientieren können, schloss ich die Augen beim Hören der ersten zwei Sätze und wartete auf die inneren Bilder. Ich sah die Gewalt der Natur, die Weite des Himmels, die Kräfte, die die Erde halten und herausfordern. Ich war fasziniert davon später zu lesen, dass die Metaphern der Natur tatsächlich der Symphonie zugrunde liegen. Sie versinnbildlichen den Kampf um Freiheit, den Beethoven auf der Grundlage von Schillers „Ode an die Freiheit“ vertonte, als die Errungenschaften der Französischen Revolution von den Reaktionären zugunsten einer autoritären Ordnung wieder verraten wurden. Heute ist Freiheit mehr denn je ein Wert geworden, der erobert oder wieder verteidigt werden muss. Wie gut wir es doch haben in unserem Europa heute. Auch wenn wir aufpassen müssen.





Erstellt am: 04.02.2017 | von: Alexandra Karabelas | Kategorie(n): Allgemein